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5. Science Slam: Von Fliegerträumen, Speichelleckern und mikroelektronischen Märchen

Bereits zum 5. Mal fand der Brandenburger Science Slam in der Kulturfabrik Fürstenwalde statt. Trotz Temperaturen von über 30 Grad war der Musikkeller der KuFa am vergangenen Freitag (19.06.) komplett gefüllt. 150 wissbegierige Gäste ließen sich von der Hitze nicht abhalten und wurden mit einem unterhaltsamen Wissens-Abend belohnt. 6 Wissenschaftler*innen brandenburgischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen präsentierten ihre aktuellen Forschungsprojekte - auf sehr humorvolle, kurzweilige und anschauliche Weise. Selbst chemische Experimente waren Teil des diesjährigen Science Slams.

Foto Alexander Rentsch

Obwohl alle 6 Slams das anwesende Publikum begeisterten, überzeugte Christoph M. Abels, Verhaltensforscher der Universität Potsdam, mit seinem Slam „Dr. Chat empfängt sie jetzt“ und gewann den diesjährigen Slam mit 98 von 100 möglichen Punkten. In seinem Slam erklärte er nicht nur wie unterschiedlich Männer und Frauen mit Erkrankungen umgehen, sondern hinterfragt auch, ob ChatGPT ein sinnvoller Ratgeber bzw. eine vertrauenswürdige Informationsquelle ist. Die Erkenntnis seines Slams: Menschen wollen bestätigt werden, KI-Chatbots werden durch ihre Anfragen gespeist und ChatGPT agiert im Prinzip wie ein Schleimer. Nur knapp unterlag Rudy Cepeda Gomez vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dessen Kindheitstraum schon das Fliegen war. Heute forscht der Kolumbianer am Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe in Cottbus daran, „Wie der Strom das Fliegen lernt“ und so eine nachhaltigere Luftfahrt möglich werden kann.

Beeindruckend waren auch die Slams von Thomas Voß vom IHP (Leibnitz-Institut für innovative Mikroelektronik) in Frankfurt (Oder) und Helene Garre vom ZALF (Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung) e.V. in Müncheberg. In Form einer Märchenerzählung gewährte Thomas Einblicke in die Mikroelektronik und mikroelektronische Prozesse. Mit einer humorvollen Märchenparabel und bildlich lustig illustriert, erklärte er dem Publikum was Transistoren (Elektronische Halbleiterelemente) eigentlich sind und welchen Prozess sie durchlaufen bis sie letztlich einsatzfähig sind. Helene, die sich in ihrer Forschung dem Agroforst (Agroforstwirtschaft), also Forstanbau auf Agrarflächen widmet, berichtet von ihrer eigenen Feldforschung und erklärte am Beispiel eines Strandbesuchs was Stressinteraktion bedeutet.

Die TH Wildau war gleich mit zwei Slams vertreten. Mike Frahm und Prof. Dr. Christian Dreyer führten die Anwesenden schließlich in die Welt der Faserverbundforschung. Mike erklärte in seinem Slam nicht nur was Faserverbund bzw. Faserverbundwerkstoffe eigentlich sind, sondern auch das Vertical Farming (Vertikale Landwirtschaft), zu dem er forscht, am Bsp. der kleinen Pflanze Manfred. Über ihn erfuhren die Zuschauenden auch, dass es manchmal auch ein Leben vor der Wissenschaft gibt, denn bevor Mike seinen Weg in die Wissenschaft/Forschung fand, arbeitete er u.a. auch als Busfahrer.

Abschluss und Höhepunkt des Abends war der Auftritt bzw. die „Live-Experimentier-Show“ von Christian Dreyer, Professor für Faserverbund-Materialtechnologien, der die Bühne in ein Chemielabor verwandelte und im wahrsten Sinne zum Qualmen brachte. Anhand kleiner Experimente veranschaulichte der Professor chemische/physikalische Prozesse wie Nitrozellulose und Volumenkontraktion.

Auch der diesjährige Slam charakterisierte sich wieder durch eine einmalige Stimmung im Keller der Kulturfabrik. Moderatorin Franziska Schubert (“Talk & Tacheles - Mehr als Worte, mit Franziska.“) führte auf sehr charmante und witzige Art durch den Abend und entlockte den Wissenschaftler*innen auch so manch persönliche Geschichte. Ein großer Dank gilt der Kulturfabrik Fürstenwalde, Ghostnote-Sound und dem Hannys - Restaurant & Bar, das an dem Abend wieder für die gastronomische Versorgung der Gäste sorgte.

Foto: Alexander Rentsch

Ansprechperson Franziska Barth
Franziska Barth
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)