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Älter werden auf dem Lande: ein internationaler, musikalischer Austausch

Wie sieht gutes Altern auf dem Lande aus? Im September lud die Praxisforschungsstelle Heinersdorf zu einem internationalen Austausch ins Herrenhaus nach Heinersdorf ein. Bei der Veranstaltung "Funken-Pluriversum" trafen Wissenschaftler:innen, Musiker:innen und regionale Macher:innen aufeinander, um sich auszutauschen, welche Lösungsansätze vor Ort und weltweit es gibt.

Pluriversum ist ein Veranstaltungsformat, das durch Europa tourt und Menschen über die Möglichkeiten eines Guten Lebens im Einklang mit der Natur ins Gespräch bringt. Beispiele aus dem Globalen Süden sollen die Teilnehmenden dabei besonders inspirieren. Das Format ist aus dem gleichnamigen Buch entstanden. Es stellt viele unterschiedliche Praktiken und Wirtschaftsweisen aus der ganzen Welt vor. Sie alle stellen die Verbindung der Menschen untereinander und mit der Natur in den Vordergrund, statt sie dem Ziel des Wirtschaftswachstums unterzuordnen.

Teil der Veranstaltung war ein Impuls von Alberto Acosta, ecuadorianischer Wirtschaftswissenschaftler und international bekannter Vertreter des Buen Vivir. In Heinersdorf berichtete Acosta von den Chacras, kleinen Nebenerwerbshöfen in Ecuador. Dort können alte Menschen ihre letzte Lebenszeit verbringen. Sie sind in eine generationsübergreifende Gemeinschaft und in den Alltag auf dem Hof eingebunden. Die Chacras sind ein Beispiel für Soziale Landwirtschaft.

Danach sprachen Annegret Huth von der Praxisforschungsstelle Heinersdorf und Sunna Kovanen vom Werkstattprojekt SozLaWi über Soziale Landwirtschaft als konkrete Möglichkeit, in ländlichen Räumen Brandenburgs soziale Teilhabe, ökologische Regeneration und regionale Wertschöpfung umzusetzen. Anknüpfungspunkte bieten Beispiele aus anderen Weltregionen und die Geschichte der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR, die viele soziale Aufgaben im Dorf übernommen haben. Zum Abschluss stellten sich lokale Initiativen vor, die sich für das Gute Leben für alle in und um Heinersdorf einsetzen. Darunter auch die Dorfinitiative aus Heinersdorf, die die Räumlichkeiten für den Abend herrichteten. Erst kürzlich ist es den lokalansässigen Akteuren gelungen, das Haus der Öffentlichkeit wieder zugänglich und nutzbar zu machen.

Musikalisch umrahmt wurden die Gesprächsbeiträge vom Grupo Sal Duo, die mit ihren Liedern Geschichten erzählten von Menschen, die sich für ein gutes Leben engagierten. Dabei wurde auf einer eigens gefertigten Leinwand die Projektionskunst von Johannes Keitel gezeigt. 

Organisatorischer Hintergrund:

Das Pluriversum wurde über die Grün-Weiße Kooperation finanziert und größtenteils organisiert. Das Modellprojekt läuft seit Januar 2025 und will die Soziale Landwirtschaft in der Region Oderland-Spree voranbringen. Dafür baut es Unterstützungsstrukturen auf, die Landwirt:innen und soziale Träger begleiten. Die Präsenzstelle Oderland-Spree |Beeskow hatte das Pluriversum vor 2024 auf der Burg Storkow ausgerichtet und die Veranstaltung in Heinersdorf mit Rat und Tat unterstützt.

Die Veranstaltung war eine Kooperation von Denk-mal-Kultur e.V., der Leben im Heinersdorfer Herrenhaus GmbH, der PFS Heinersdorf, der Präsenzstelle Oderland-Spree, der BTU Cottbus-Senftenberg (AlterPerimentale, Werkstattprojekt Soziale Landwirtschaft) und der Evangelischen Kirchengemeinde Region Fürstenwalde/Spree.

Impressionen

Annika Bischof
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)